7. Juli 2026

Entsetzen über die Abschiebung eines N+Trödelmitglieds

Stellungnahme der Trödelgruppe: Entsetzen über die Abschiebung eines Mitglieds

Die Trödelgruppe der Bürgerstiftung Neukölln hat mit tiefer Trauer, Entsetzen und Wut auf die plötzliche Abschiebung eines treuen Mitglieds reagiert. Aus Datenschutzgründen nennen wir ihn hier M.

Ein geschätzter Teil unserer Gemeinschaft
M. war über ein Jahr lang aktiver Teil unserer Gruppe. Er erschien zu allen Terminen pünktlich, engagierte sich mit großem Interesse an der Trödelarbeit und war durch seine stille, höfliche und hilfsbereite Art bei uns allen sehr beliebt. Er bemühte sich unermüdlich, Deutsch zu lernen. Über ein Jahr lang war er berufstätig, bis ihm plötzlich gekündigt wurde – ein schwerer Schlag, nach dem er sofort wieder versuchte, eine neue Arbeit zu finden.

Nachts und ohne Vorwarnung abgeholt
Mitgliedern unserer Gruppe vertraute er an, dass er und Teile seiner Familie im Heimatland Folter erleben mussten. Eines Tages erschien er ohne Nachricht nicht mehr beim Trödel. Nach bangen Tagen der Sorge erfuhren wir: M. und seine Frau wurden nachts ohne jede Vorwarnung abgeholt und abgeschoben. Selbst sein Rechtsanwalt konnte nicht mehr rechtzeitig intervenieren.

Unsere Haltung
Wir sind zutiefst empört über das Vorgehen der Ausländerbehörde. Es macht uns fassungslos, wie Menschen in Herkunftsländer zurückgezwungen werden, in denen ihnen nachweislich große Gefahren und Menschenrechtsverletzungen drohen. Wir stehen als Trödelgruppe für Zusammenhalt, Menschlichkeit und Solidarität – und trauern um den Verlust eines wunderbaren Mitstreiters.

Anne Lorbeer-Wittnebel für die Trödelgruppe

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