Das wollen wir schaffen.

Das Projekt „Leicht gemacht – Beteiligung für gering literalisierte Erwachsene“ hat zwei wichtige Ziele:

1. Wir möchten Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten zu ermutigen, um an Beteiligungsverfahren in Berlin-Neukölln teilzunehmen.

2. Zugleich wollen wir mehr Akteur*innen im Bereich der Beteiligung ermutigen, die Zielgruppe in Beteiligungsverfahren einzubinden.

Warum: Beteiligungsverfahren sind in der Regel komplex und schriftsprachbasiert ausgelegt. Hinzu kommt, dass die Verfahren oft von Amtsseite mitgestaltet werden. Entsprechend bestehen rechtliche Bedingungen und Einschränkungen, die durch komplexe Sprache wiedergegeben werden. Derart fachlich geprägte Texte sind für viele Personen schwer bis gar nicht zugänglich. In der Folge werden Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten – wenn auch häufig unbewusst – von Beteiligungsmöglichkeiten ausgeschlossen. Gesellschaftliche Teilhabe wird eingeschränkt.

mehr als 6 Millionen Erwachsene in Deutschland können auch einen kürzeren Text nicht lesen und schreiben

Etwa 6,2 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren können somit nur einzelne Wörter oder kurze Sätze erkennen, verstehen oder schreiben.

Das entspricht etwa 12 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, die eine geringe Schriftsprachkompetenz haben .

mehr als 10 Millionen Erwachsene in Deutschland können nur einen kürzeren Text lesen und schreiben

Etwa jede*r fünfte Erwachsene* liest und schreibt auf Grundschulniveau.

Das entspricht etwa 20% der Erwachsenen.

Quelle: Leo (Level-One-Studie) 2018 https://leo.blogs.uni-hamburg.de/

Lösungsansätze

Der Mitmach-Laden hilft über Beteiligungsformate zu informieren und regt Menschen zur Beteiligung an. Er sammelt Informationen und Spezifika bestimmer Zielgruppen und kann so das Bezirksamt unterstützen und beraten, um passende Beteiligungsformate zu finden und umzusetzen. Dennoch fehlen oft Ressourcen, um aufsuchende Formate durchzuführen, die spezifisch auf bestimmte Gruppen ausgerichtet sind.

Hier setzt „Leicht gemacht“ an. Mit dem Projekt möchte die Bürgerstiftung Neukölln einen Beitrag zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit geringer Schriftsprachenkompetenz leisten.

Wie „Leicht gemacht“ wirkt.

„Leicht gemacht“ möchte erreichen, dass Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten in Zukunft ohne das Projekt „Leicht gemacht“ bei Beteiligungen mitmachen kann.

Dafür arbeitet das Team in zwei Richtungen.

1. „Leicht gemacht“ hilft Menschen, mitzumachen.
Das bedeutet: Menschen bekommen Hilfe, damit sie bei Entscheidungen dabei sein können.
Oft finden diese Entscheidungen in ihrer Umgebung statt.
Zum Beispiel: Welche Angebote gibt es in einem Stadtteil?
„Leicht gemacht“ gibt Informationen so, dass sie einfach zu verstehen sind.
Die Angebote richten sich an verschiedene Gruppen.
Beispiele sind Gruppen, wie Elterncafés, Gemeinschaftsgärten oder Sportvereine.

2. „Leicht gemacht“ hilft Menschen in der Verwaltung, Beteiligung leichter zu machen.

Damit das klappt, erklärt „Leicht gemacht“ den Menschen, die bei Beteiligung helfen, was die Zielgruppe braucht.
Diese Menschen heißen Beteiligungsakteur*innen.
Sie können ihre Angebote an die Bedürfnisse der Gruppe anpassen.
So können mehr Menschen mitmachen.
Besonders Menschen, die sonst wenig mitmachen.

Das Projekt hat zum 1. August 2023 gestartet und soll bis zum Juni 2026 laufen.

Wo gibt es mehr Informationen zu Beteiligung in Neukölln?

Auf der Internetseite des Mitmach-Ladens gibt es viele Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten in Neukölln.

Auf mein.Berlin geht es direkt zu den aktuellen Beteiligungsmöglichkeiten.

Förderung

Das Vorhaben wird im Rahmen des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Berlin gefördert.