Bürgergipfel in der Werkstatt der Kulturen

Es war ein Neuköllner Bürgergipfel, der sich am 19. April 2005 in der Werkstatt der Kulturen traf. Unter dem Thema "Neukölln - Potenziale, Probleme und Perspektiven" arbeiteten die Teilnehmer vier Stunden lang über elf zentrale Lebensbereiche: von der Kita über das Wohnumfeld bis zu Sport, Spracherwerb, Gesundheit und Wirtschaft. Die einseitig negative "Integrations-Debatte" der letzten Monate hat diejenigen zusammenrücken lassen, die Neukölln nicht abgeschrieben haben, sondern sich vielmehr hartnäckig und kreativ engagieren.

In bislang nicht gesehener gesellschaftlicher Breite waren vertreten: Vereine und Initiativen aus vielen Bereichen, Migrationsgruppen, Kirchen, Parteien, Unternehmen, erfreulich viele Mitarbeiter aus den Bezirksämtern. Nach eineinhalbstündiger Gruppenarbeit wurden im Plenum die Ergebnisse präsentiert: Neue Ideen für einzelne Bereiche waren entstanden, einige spontan verabredete Projekte wurden vorgestellt. Immer wieder kam die Anregung, dass sich die einzelnen lokalen Akteure doch besser miteinander vernetzen sollten. Beeindruckend war das Selbstbewusstsein, das sich durch die Berichte zog. Heute noch "Problembezirk", kann Neukölln in fünf Jahren vielleicht als Innovationsbezirk anerkannt sein. Denn hier wird an Lösungen für Probleme gearbeitet, vor denen auch andere Städte in Deutschland zunehmend stehen.

Die Veranstaltung wurde von der Bürgerstiftung zusammen mit dem Beauftragten des Senats für Integration und Migration durchgeführt.
Die Bürgerstiftung erhielt viel Anerkennung. Sie antwortete, indem sie zur Zeichnung von Stiftungskapital aufforderte. Denn dass die erste Stadtteil-Stiftung Deutschlands in Neukölln gegründet wird, ist ein weiterer Beweis für die kreative bürgerschaftliche Kraft gerade dieses Bezirks.