Bürgerpreis 2008: Ehrung für Engagement in der Bildung

Die Bürgerpreisträger mit Bürgermeister.

Die Träger des Neuköllner Bürgerpreises 2008 haben vor allem eines gemeinsam: Sie werden getragen vom persönlichen Einsatz engagierter Bürgerinnen und Bürger. Ausgezeichnet wurde am 11. Dezember 2008 in Gegenwart des Neuköllner Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky das Mentorenprojekt des Fördervereins Morus 14 e.V. im Rollbergviertel. Der erste Preis ist mit 1000 Euro dotiert. Der zweite Preis (insgesamt 700 Euro) geht an die vom Verein der Berliner Kaufleute und Industriellen (VBKI) vermittelten Lesepaten an der Rixdorfer und an der Hermann-Nohl-Schule. Besondere Würdigung fand dabei die Tatsache, dass Verena Thiele, die an der Hermann-Nohl-Schule aktiv ist, von ihrem Arbeitgeber, der Firma „Berliner Glas“, zwei Stunden pro Woche eigens für die Tätigkeit als Lesepatin freigestellt wird. Der dritte Preis (300 Euro) ging an den Verein Lesen und Schreiben e.V., der sich seit 25 Jahren für Menschen einsetzt, die Lese- und Rechtschreibschwächen haben.

 

Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky warb in seinem Grußwort vor den über 100 Anwesenden für die flächendeckende Einrichtung von Ganztagsschulen in ganz Nord-Neukölln und würdigte das Engagement der Vielen, die sich mit dem Bestehenden nicht zufrieden geben.

 

Festrednerin Sybille Volkholz vom Bürgernetzwerk Bildung des Vereins der Berliner Kaufleute und Industriellen (VBKI) plädierte für mehr Begegnungen unter dem Motto „Bildungsbürgertum trifft Kiez“. Wenn Zehlendorfer und Neuköllner sich begegneten, sei dies ein Beitrag zum Zusammenhalt in der Stadt. Bürgerschaftliches Engagement sollte nicht als „Lückenbüßer“ für den Staat gesehen werden, sondern als selbstbewusste Gestaltungsform von Bürgerinnen und Bürgern, die sich nicht als Bourgeois, sondern als Citoyen verstehen. Um diese Rolle wiederum aktiv wahrnehmen zu können, so Volkholz weiter, bedürfe es der Bildung als Voraussetzung für Teilhabe an der Gesellschaft. Die Rede von Sybille Volkholz dokumentieren wir hier.

 

Eingangs hatte Friedemann Walther, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Neukölln, betont, dass der Bürgerpreis dazu diene, diejenigen ins Rampenlicht zu rücken, die sich tagtäglich für die Bildung stark machen, aber im Alltag häufig zu wenig Wertschätzung erfahren. Die Bürgerstiftung wolle auf die vielfältigen Begabungen der Kinder und Jugendlichen hinweisen. Keines dieser Talente darf verloren gehen, appellierte Friedemann Walther.