Unser Talent-Patenpaar Ber?an und Jonas - Wie Topf und Deckel

03. Jun. 2016 –

2008 wurde das "Neuköllner Talente" Projekt der Bürgerstiftung ins Leben gerufen. Seither konnten über 240 Patenschaften mit Neuköllner Grundschulkindern vermittelt werden. In diesen Patenschaften bringen unsere ehrenamtlichen Patinnen und Paten die Kinder mit neuen Erfahrungsräumen in Berührung und erforschen gemeinsam mit ihnen ihre individuellen Interessen.

Wie nachhaltig und für beide Seiten bereichernd sich diese Patenschaften oft entwickeln, davon berichtet uns das Patenpaar Ber?an und Jonas. Die beiden lernten sich bereits 2011 auf einem Spielenachmittag der "Neuköllner Talente" kennen. Ber?an war damals 9 Jahre alt, Jonas wollte sich neben der Uni für Kinder engagieren.
Sie spielten Fußball miteinander und die Chemie zwischen ihnen stimmte sofort, sagt Jonas: "Ber?an und ich, wir haben uns gut verstanden, sofort. Das hat top gepasst. Wir konnten einfach ganz normal miteinander reden."


Während ihrer einjährigen Patenschaft trafen sich die beiden sportbegeisterten Talent-Partner meist zum Fußball spielen, Schwimmen oder Klettern. Museumsbesuche waren bei ihnen eher die Ausnahme. Im Laufe der Zeit entwickelte sich ihre Beziehung immer mehr zu einer echten Freundschaft auf Augenhöhe, die das offizielle Ende der Patenschaft bis heute überdauert.

"Am Anfang war es immer so: Ich hole Ber?an ab, ich bringe Ber?an zurück", erzählt Jonas. "Jetzt ist Ber?an fast ein erwachsener Mann, ruft mich an und sagt: Lass uns Trampolin springen gehen. Du musst die U8 nehmen (...) und es kostet soundso viel. Also, die Sachen, die ich früher gemacht habe, Initiative und Verantwortung übernehmen für das, was wir machen, das übernimmt Ber?an jetzt eigentlich selber."


Auch auf anderen Ebenen wirkt die Patenschaft von Jonas und Ber?an nach. Ber?an absolvierte im April 2016 sein dreimonatiges Schülerpraktikum an der Quinoa-Schule*. Hier arbeitet auch Jonas als Lehrer. "Wir sind praktisch Kollegen", sagt Jonas und fügt an, wie sehr es ihn freue, dass Ber?an sich jetzt auch für die Arbeit im sozialen Bereich interessiere. Ber?an lächelt ein wenig verlegen und gleichzeitig stolz dazu.


Zu seinem Aufgabenbereich an der Quinoa-Schule gehört vor allem das Konfliktmanagement mit den Schülerinnen und Schülern. Denn Ber?an ist nicht nur ein super Fußballer, er ist auch ein erfahrener Streitschlichter. An seiner Neuköllner Schule, der Heinrich Mann Schule, geht er schon mal beherzt dazwischen, wenn ein Streit zu eskalieren droht. Als Praktikant konnte er das sozialpädagogischen Team der Schule erfolgreich unterstützen, besonders in Situationen in denen es um Aufarbeitung von Konfliktsituationen ging. Denn, so Ber?an, "Die Schüler trauen sich auch mehr bei mir zu sagen."


Ber?ans Praktikum an der Quinoa-Schule ist schon sein zweites Praktikum im sozialen Bereich mit Kindern. Die Arbeit macht ihm Spaß. Auf die Frage, wo er sich in 10 Jahren sieht, antwortet er, er könne sich gut vorstellen, dann Sozialpädagogik zu studieren. Jetzt lächelt Jonas stolz.

 

Das Interview mit Ber?an und Jonas können Sie hier nachlesen.


*Die gemeinnützige Quiona-Schule in Berlin Wedding setzt sich mit innovativen pädagogischen Ansätzen für soziale Chancengerechtigkeit im Bildungssystem, speziell für Kinder mit Migrationshintergrund, ein.

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