• v.l.n.r.: Dr. Cordelia Polinna, Silke Brenne, Doris Kleilein, Dr. Andreas Kapphan, Prof. Dr. Susanne Juncker, Simon Hauser, Alejandra Tijerina García , Teresa Stumpf
  • Friedemann Walther und Prof. Jutta Allmendinger

Fokus Neukölln II: Wissenschaftler stellen Neuköllnern ihre Forschung vor

25. Apr. 2016 –

Was haben Khavehane, eine Brandschneise und ein Kreissaal gemeinsam? Alle sind sie Gegenstand der Neukölln-Forschung. So bunt und vielfältig wie der Bezirk ist auch das Interesse der Wissenschaft an Neukölln. Doch erfahren die Neuköllnerinnen und Neuköllner meist wenig davon.
Um dies zu ändern, rief die Bürgerstiftung Neukölln auf Initiative von Frau Dr. Dorothea Kolland in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und dem Wissenschaftstransfer-Büro „Wissenschaft im Dialog“ die Veranstaltung „Fokus Neukölln – Bürger.Forschung.Dialog“ ins Leben. Hier stellten im November 2015 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kurz und verständlich ihre Studien zu Neukölln zur Diskussion. Aufgrund des großen Anklangs ging Fokus Neukölln am 19. April 2016 in die zweite Runde.


Am vergangenen Dienstagabend stellten weitere sieben Forscherinnen und Forscher in der Villa Neukölln die Ergebnisse ihrer Studien vor. Wie schon bei der ersten Veranstaltung war der Saal rappelvoll. Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des WZB, und Simon Hauser, Kommunikationsberater und Mitorganisator von „Fokus Neukölln“, führten auch dieses Mal wieder souverän durch das Programm und sorgten mit ihrer spritzig-stringenten Moderation für eine gelöste Stimmung.

In der Pause zwischen den Präsentationen sprach Bezirksstadtrat Jan-Christopher Rämer in seinem Grußwort das anhaltende große Interesse der Forschung an, das zeige, dass Neukölln einer der spannendsten Bezirke Berlins sei.


Während der jeweils fünfminütigen Präsentationen herrschte konzentrierte Stille im Publikum. Den Anfang machte Dr. Andreas Kapphan mit seiner Forschung über „Armut und Ausgrenzung im Stadtteil“, gefolgt von Silke Brennes Studie über mögliche Unterschiede bei der klinischen Geburt von Frauen mit und ohne Migrationsgeschichte. Doris Kleilein schloss mit ihrer Fragestellung nach der Bedeutung der Kahvehane als Stück mitgebrachte Heimat an. Theresa Stumpf erörterte, ob Neuköllns Communities eher offene oder geschlossene Charakteristika aufweisen. Ihr Fazit, dass Neukölln eher zu den offenen Communities gehöre, sorgte bei einigen im Publikum für Überraschung.

Während Alejandra Tijerina Garcia der Frage nach der Lebenssituation neuer spanischer Migranten in Neukölln nachging, stellte Dr. Cordelia Polinna ihre Forschung über das Böhmische Dorf als geschichtsträchtiger und immer noch aktueller Ort von Migrationsgeschichten vor. Zum Abschluss präsentierte Prof. Dr. Susanne Junker verschiedene Entwürfe von Studentinnen und Studenten, wie sich die aus „autogerechten Zeiten“ stammende Brandschneise in der Flughafenstraße sinnvoll rückbebauen ließe.


Zahlreiche, auch methodenkritische Fragen zu Forschungsergebnisse zeigten das große Interesse des Publikums an den Studien der Forscherinnen und Forscher. Auch nach Abschluss des eigentlichen Programms wurde in der Villa Neukölln noch lange diskutiert und gelacht und über eine nächste „Fokus“-Runde nachgedacht.

 

Bildnachweis: WZB - Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

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