"Theater ist Integration mit Spielfreude": Interview mit Hülya Karci, Winfried Tobias und Olek Witt
Seit 2004 verleiht die Bürgerstiftung Neukölln den Kinder- und Jugendtheaterpreis Neuköllner Globus. Hülya Karci, Winfried Tobias und Olek Witt sind ehrenamtliche Mitglieder der Jury. Beruflich stehen sie auf, hinter und neben der Bühne. Welchen Wert sehen die drei Theaterprofis im Theaterspiel mit Neuköllner Kindern und Jugendlichen? Was "bringt" Theaterspiel für eine Einwanderungsgesellschaft? Und was bedeutet ihnen der Neuköllner Globus? Über diese und andere Fragen sprach Dr. Kurt Anschütz mit Hülya Karci, Winfried Tobias und Olek Witt.
Dr. Kurt Anchütz: Frau Karci, Herr Witt, Herr Tobias, Sie sind professionelle Theatermenschen und engagieren sich seit Jahren für den Theaterwettbewerb der Bürgerstiftung Neukölln. Wir haben ihn begründet, weil wir wollten, dass Kinder und Jugendliche öffentlich zu Wort kommen. Mit Hilfe der Theaterarbeit wird das möglich. Als „Neuköllner Globus“ haben wir zusammen mit Ihnen den Wettbewerb inzwischen zu einem Markenzeichen von N+ gemacht. Danke, dass Sie sich Zeit nehmen für ein Gespräch! Ob Sie sich zunächst vorstellen wollen?
Winfried Tobias: Ich arbeite als Dramaturg am GRIPS-Theater, das seit Jahrzehnten die Probleme und die reale Erfahrungswelt von Kindern und Jugendlichen zum Ausgangspunkt seiner Arbeit nimmt. Vorher war ich an diversen anderen Theatern und habe auch einige Projekte in Gefängnissen gemacht: erst in Celle, dann in der Jugendvollzugsanstalt Tegel bei „aufBruch KUNST GEFÄNGNIS STADT“. Da habe ich zum ersten Mal richtig stark erfahren können, wie Theater in einem streng regulierten Umfeld tatsächlich Freiräume schafft – die mitwirkenden Gefangenen hatten eine Möglichkeit, sich selbst anders zu erleben und auch anders von außen wahrgenommen zu werden. Für das GRIPS ist der Name „Mutmach-Theater“ geprägt worden. Auch beim Gefängnistheater geht es um Mut.
Hülya Karci: Ich bin vor allem von dem brasilianischen Theaterwissenschaftler Augusto Boal und seinem Konzept des „Forumtheaters“ beeinflusst, welches wiederum seine Methode vom „Theater der Unterdrückten“ hat. Es geht dabei um interaktives politisches Theater. Die Passivität der Zuschauer wird überwunden, gemeinsam mit den Theaterspielern soll das Publikum nach Lösungen für gesellschaftliche Probleme suchen und sich dann auch zusammenschließen, um eigene Forderungen durchzusetzen. Ich bin in Izmir aufgewachsen, hatte auch in der Türkei meine Ausbildung, aber dann wollte ich nach Deutschland, und seit gut zehn Jahren lebe ich nun hier in Berlin. Ich arbeite als Theaterpädagogin, Dramaturgin und Regisseurin im Theater- und Dokumentarfilmbereich (www.payizfilm.com). Seit langem mache ich Theaterarbeit in Neukölln, und zwar mit Mädchen in der „Schilleria“. Seit vier Jahren bin ich in der Jury des Neuköllner Globus.
Olek Witt: Ich bin seit 2008 dabei. Ich bin in Polen aufgewachsen, lebe seit drei Jahrzehnten in Deutschland, derzeit im Reuterkiez. Studiert habe ich Philosophie, Soziologie, Politologie, Schauspiel und Tanz. Ich arbeitete in mehreren Ländern als Schauspieler und Tänzer. 2003 habe ich in Solingen mit und für die dortigen Jugendlichen das SpinaTheater gegründet. Hier in Berlin baue ich seit 2008 das „Theater der Migranten“ auf, in dem Profis und Laien, junge und ältere Menschen sich gemeinsam mit ihren Erfahrungen und sozialen Fragen auseinandersetzen. Dazu gehört auch das „Reuterkieztheater“, wo ich vor allem mit Jugendlichen aus dem Kiez arbeite. Es geht mir hier darum, Kunst, speziell performative Kunst, allen Schichten der Bevölkerung zugänglich zu machen. Theater ist Integration mit Spielfreude. Hier spielen und arbeiten Menschen mit oft sehr unterschiedlichen Welt- und Lebensvorstellungen an einem gemeinsamen Werk zusammen. Theater ist ja nicht allein Spiel, sondern es müssen auch Regeln beachtet werden, wir nennen das zu Recht „Spiel-Regeln“. Somit kann es modellhaft für die ganze Gesellschaft sein.
Integration mit Spielfreude
Danke für diese Vorstellungen, wir sind damit schon mittendrin im „Neuköllner Globus“. Denn er ist ja auch ein soziokulturelles Projekt, es geht dabei zentral um die Förderung der interkulturellen Auseinandersetzung von Jugendlichen mit ihren Lebenserfahrungen. Ich schlage vor, dass wir uns zunächst einmal über die Bedeutung unterhalten, die solche Theaterarbeit Ihrer Einschätzung nach hat.
Hülya Karci: Was mir immer wieder auffällt, ist die Sprachlosigkeit von Jugendlichen. Das betrifft nicht allein die Jugendlichen, die einen Migrationshintergrund haben, aber natürlich sie in besonderem Maße, denn sie wachsen ja in einer Zwischenkultur auf, sie sind daher durch viele Erfahrungen des Fremdseins mitbestimmt. Aber auch verallgemeinernd lässt sich sagen. Den meisten Jungen und Mädchen gelingt es nicht, ihre Gefühle gut zu artikulieren und sie so zu äußern, dass sie sich auch verstanden fühlen. Da entsteht dann Wut, es kommt zu Aggressionen, die ja auch eine Form von Sprachlosigkeit sind. Wie können sie sich mit ihren Gefühlen nach außen öffnen und auf die Kraft der Kommunikation vertrauen? Ich erlebe viel Wut und auch Resignation – „der andere interessiert sich ja doch nicht für das, was ich sage und wie ich sein will“, höre ich oft. Theaterarbeit, die das Innere nach außen bringen will, ist ein langer Prozess.
Winfried Tobias: Ich sehe das auch so: Theater ist eine Form der Kommunikation. Und zwar wird da gemeinsam an einer Sprache gearbeitet, die nicht unbedingt allein die Wortsprache ist. Die Aufführungen, die beim „Neuköllner Globus“ präsentiert werden, machen das jedes Jahr neu sichtbar. Die Schüler versuchen, etwas von ihnen selbst auf die Bühne zu bringen. Bevor so etwas gelingen kann, braucht es viel geduldige und kreative Arbeit.
Olek Witt: Es kann auch nur gelingen, wenn zwischen Lehrenden und Ausführenden der richtige Rahmen geschaffen wurde. Wer bei den Jugendlichen Sprachlosigkeit überwinden und Ressourcen wecken will, der muss Vertrauen aufbauen. Ja, bei solcher Art von Theater geht es um das Modell von einem verlässlichen Zusammenleben und Zusammenarbeiten, denn nur auf dieser Basis kann Kreativität entstehen. Und wo in den schulischen und freien Theatergruppen so gearbeitet wird, da sind die Jugendlichen dann auch fähig „sich selbst auf die Bühne zu bringen“, wie Winfried eben sagte. „Wer bin ich, wie will ich sein?“
Winfried Tobias: Selbstdarstellung geht natürlich auch übers Internet, da lässt sich dann leicht eine eigene Figur konstruieren und zur Bewunderung ins Netz stellen. Beim Theater aber geht es nicht um einsames Entwickeln einer Traumfigur, sondern sehr viel anstrengender um gemeinsame Arbeit an der eigenen Figur. Dabei können klassische Texte als Vehikel dienen. So hatten wir beim letzten „Globus“ ein Stück der Rixdorfer Grundschule, das in Auseinandersetzung mit „Romeo und Julia“ erarbeitet worden war. Und das Theaterensemble der Adolf Reichwein-Schule zeigte „Angi und Görkem – eine Neuköllner Liebesgeschichte, angelehnt an die West-Side-Story, aber mit selbst entwickelten biographischen Szenen. „Wer bin ich, wie will ich sein?“, das sind die grundlegenden Fragen. Da wird Theater zum Freiraum, um über sich nachzudenken und zu erzählen und sich spielerisch auszuprobieren.
Frau Karci, Sie haben in diesem Jahr, vermutlich ganz im Sinn von Augusto Boal, ein sehr interessantes Experiment gemacht: Zur Formulierung der „eigenen Figur“ haben Sie nicht einen klassischen Bezug gewählt, sondern Sie sind viel näher und auch risikoreicher in die Wirklichkeit eingestiegen: Sie haben die eigene Mütter der Mädchen zum Objekt genommen.
Hülya Karci: Ja, das Stück heißt auch so: „Meine Mutter und ich“. Eigentlich sind es mehrere Stücke, denn es geht ja immer um die eine Tochter mit ihrer jeweiligen Mutter. Ich hatte festgestellt, dass die Kommunikation zwischen den beiden Generationen oft nur schlecht läuft. Darum habe ich vorgeschlagen, dass die Mädchen ihre Mütter befragen, wie sie selbst aufgewachsen sind und wie sie sich in ihrer eigenen Jugend mit ihren Problemen auseinandergesetzt hatten. Und dann haben wir uns im Theater an den Müttern abgearbeitet. Viele Mütter sind jetzt ganz überrascht, welches Bild die Töchter von ihnen haben, da gibt’s dann auch Ärger und Tränen. Aber dadurch wird endlich ein Gespräch über Wesentliches möglich. Und auch die Mütter werden aktiv: Sie fragen sich neu nach ihrem Selbstbild.
Sie schreiben auf der Website bei der Ankündigung der Aufführungen: „Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Müttern und ihren Töchtern, weil sie an dieses Projekt geglaubt, uns ihr Vertrauen geschenkt und uns einen Einblick in ihre Herzen gewährt haben.“ Das klingt nach einem langen und auch nicht einfachen Weg.
Überwindung der Sprachlosigkeit
Hülya Karci: Ja, es ist ein Experiment zur Überwindung von Sprachlosigkeit. Da muss natürlich vieles erst zum Bewusstsein kommen. Und natürlich ist alles sehr intim. Und deshalb haben wir uns entschieden, die Aufführungen nicht etwa auf der Bühne, sondern in Wohnzimmern stattfinden zu lassen.
Vorhin war vom Vertrauen als notwendiger Voraussetzung für biographisches Theater die Rede – Arbeit im geschützten Raum. Aber gehört nicht auch Mut dazu, überhaupt mitzumachen, denn am Ende steht dann ja im allgemeinen doch die Aufführung vor Fremden, also die öffentliche Schutzlosigkeit?
Olek Witt: Ja, wer sich auf eine Präsentation einlässt, beweist Mut. Gerade in der Pubertät sind die Jugendlichen meist unsicher. Sich in einer solchen Phase der Unsicherheit öffentlich zu artikulieren und das eigene Innere bekanntzumachen, verlangt hohes Selbstbewusstsein. Familiäre Konflikte sind nach Aufführungen nicht selten, oder die Mitschüler lachen. Umso wichtiger ist, dass die Lehrenden den Schülern nicht eigene Vorstellungen aufpfropfen und sie Dinge sagen lassen, die nicht die ihren sind und für die sie dann auch nicht im Alltag gerade stehen können. Auch da heißt es für die Lehrenden, doch stets auf „Augenhöhe“ zu achten und mit den Unterschieden sorgsam und tolerant umzugehen. Das wird ja im Übrigen gleichzeitig auch von jedem einzelnen der mitmachenden Jugendlichen verlangt. Aber natürlich wird nicht nur hohes Selbstbewusstsein gefordert, sondern in dem monatelangen Arbeiten entsteht und wächst ja auch Selbstbewusstsein. Wer einmal seinen Mut zusammengenommen und sich öffentlich hingestellt hat, hat dann meist auch die „Sprache“ zur Kommunikation mit sich selbst und mit den anderen gefunden.
Winfried Tobias: Ich will das weiterführen. Der Schritt in die Öffentlichkeit ist wichtig, denn er lässt nicht nur den Mut wachsen, sondern gerade im biographischen Theater ist das Heraustreten ja zugleich auch eine ganz große Hoffnung: „Ich werde endlich mal anders gesehen als sonst!“ Aber es muss dann eben auch die Öffentlichkeit geben, die bereit ist zum Wahrnehmen. Ich finde, wir sollten im „Neuköllner Globus“ noch mehr Phantasie entwickeln, damit in Zukunft mehr Angehörige und eine noch größere Öffentlichkeit kommen. Vielleicht hilft da ein gemeinsames Essen oder ein interkulturelles Fest? Wir haben in der Jury auch schon darüber nachgedacht, ob wir den Globus nicht zu einem richtigen Festival ausgestalten können.
Das von Ihnen angeregte „Theaterlabor“ im letzten Jahr war da ja schon ein wichtiger Schritt.
Winfried Tobias: Gewiss, die öffentliche Bedeutung hervorzuheben, war eine Aufgabe des Theaterlabors. Aber wichtig war dabei auch, dass wir nicht allein Aufführungen präsentierten, sondern den ganzen Tag über in Workshops, die von drei Theaterprofis geleitet wurden, mit den Jugendlichen und den Lehrerinnen und Lehrern gearbeitet haben. Es ging dabei um Szenenentwicklung, Stimme, Bewegung und Körper. Die Reaktionen der dazu eingeladenen Theatergruppen waren überaus positiv.
Olek Witt: Dieses Coaching durch Dozenten von außerhalb der Schulen im Theaterlabor wird die Qualität der „Globus“-Arbeit noch weiter verbessern. Und Qualität ist nötig, sonst schreckt man ab. Zur Qualität gehört, dass die Jugendlichen entdecken, dass sie schon vieles selbst können und dass dann im Stück Möglichkeiten geschaffen werden, dass sie das, was sie schon haben und was sie begeistert, tatsächlich auch einbringen können, etwa tanzen oder singen. Die Workshops waren eine besonders intensive Möglichkeit, die Kinder und Jugendlichen als kreative Menschen anzusprechen - sie wissen ja oft selbst nicht, dass sie gut sind, und daher trauen sie sich auch nicht. Bei allem sollen wir nicht vergessen: Theaterarbeit soll möglichst auch Spaß machen. Spaß ist ein Ausgangspunkt für Kreativität.
Hülya Karci: Genau. Ich höre von den Jugendlichen immer wieder: „Rap machen ist cool, Breakdance ist cool, Theater ist nicht cool.“ Der lange Weg, von dem wir gesprochen haben, erscheint oft als zu mühsam, als eine intellektuelle Anstrengung. Aber Theater ist Gesamtkunst – mit allem kann man etwas auf der Bühne machen. Das muss man gemeinsam entdecken.
Plädieren Sie für Theaterarbeit als Schulfach?
Winfried Tobias: Ich habe einen Heidenrespekt für die tägliche Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Und an anderer Stelle habe ich schon für mehr Theater in den Schulen – beim Anschauen und Spielen – plädiert. Gleichzeitig habe ich selber Theater in der Schule als freiwillige AG erlebt und nicht als Schulfach mit Noten. Da bin ich gegen einen direkten Verwertungszusammenhang. Theater ist nicht primär Leistung und lässt sich auch nicht benoten. Theater braucht Leidenschaft, und Leidenschaft gibt’s nicht als Schulfach.
Olek Witt: In der Schule herrscht Leistungsdruck, und die Frage ist: „Inwieweit bin ich der Bessere?“ Theaterarbeit aber ist Gemeinschaftsarbeit. Klar, es ist gut, wenn Jugendliche über sich selbst reflektieren und ihre persönlichen Visionen auf die Bühne bringen, denn hier gibt es im schulischen Zusammenhang einen Mangel. Und natürlich kann gemeinsame Theaterarbeit auch ein Demokratiemodell, gerade für Menschen aus unterschiedlichen Familienstrukturen, sein, und auch deshalb wäre sie eine große Bereicherung der schulischen Arbeit. Aber wenn Theater in den Schulplan integriert und damit zur Pflicht für Lernende und Lehrer wird, ist die Gefahr groß, dass alle die Freude daran verlieren. Diese Freude ist aber ist die Voraussetzung für wirklich persönliche Beteiligung, sprich kreatives Denken und Handeln. Die Schule ist nur einer von vielen Orten, wo man fürs Leben lernt. Theater ist ein anderer Ort, ein Spielplatz, den man als Kind und Jugendliche freiwillig entdecken möchte.
Ein Wort zur Jury?
Hülya Karci: Die Jury in ihrer Mischung aus Professionellen und aus Menschen, die ganz andere berufliche Hintergründe haben, funktioniert sehr gut. Ich finde es immer wieder überraschend, wie die vielerlei Erfahrungen zusammenlaufen und man bei Abstimmungen zur Einigkeit kommt.
Olek Witt: Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der neun Jurymitglieder, denn wer sich zwanzig Gruppen anschauen soll, muss bereit sind, viel Zeit zu investieren. Das ist auch gar nicht immer zu schaffen. Umso wichtiger ist dann der Austausch untereinander.
Neuköllner Kinder in ihrer Wirklichkeit
Winfried Tobias: Ich bin gerne dabei, denn durch meine Juryarbeit bereichere ich mich am „Globus“, ohne dass ich ihn dadurch ärmer mache: Als Dramaturg bin ich selten im Kontakt mit Schülern. Durch den „Globus“ habe ich nun die Chance, Neuköllner Kinder in ihrer Wirklichkeit zu sehen. Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich 2007, also noch vor meiner „Globus“–Zeit, zum ersten Mal eine Schulklasse in Neukölln besuchen sollte: „Zieh Dich warm an!“, dachte ich mir. Durch die öffentliche Meinung hatte ich ein dramatisiertes Bild von dem, was mich erwartete. Ich war dann ganz begeistert von der Begegnung mit der Klasse. Das passiert mir nun durch den „Globus“ immer wieder neu.
Der Neuköllner Globus lebt seit Anbeginn auch von jenen, die ihn finanziell unterstützen. Da haben immer wieder Stifter in die Tasche gegriffen, das Kulturamt hat Personalkosten mitfinanziert, damit die professionelle Koordination durch Andrea Behrendt gesichert werden konnte; Unternehmen, Vereine und Berliner Theater stellen jährlich Preise zur Verfügung.
Winfried Tobias: Was ich beim „Globus“ mit Hochachtung sehe: Die Sponsoren greifen überhaupt nicht ein. Sie haben kein Selbstdarstellungsinteresse, das ist angenehm. Was sich die Jurymitglieder für die Zukunft noch wünschen, sind Ressourcen für die Ausrichtung des schon erwähnten Festivals. Damit würde der „Globus“ noch stärker öffentlich wahrgenommen werden.
Es ist ja gar nicht ausgeschlossen, dass Ihr Wunsch sich realisieren lässt. Denn das finanzielle Engagement aus der Gesellschaft heraus ist in der letzten Zeit doch auch deshalb gewachsen, weil die Sponsoren sich in der Qualität Ihrer Arbeit wiederfinden. Herr Doderer hat die Verbindung zwischen dem „Globus“ und den Humanitätsvorstellungen der Freimaurer folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Wenn die Jugendlichen durch die Theaterarbeit in ihrer Selbstentfaltung als Menschen gefördert werden, so erfüllt sich ein Kernanliegen von uns.“

